Als Tattoo-Artist souverän mit Kundenkritik umgehen
Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment – der letzte Strich, das Tattoo war perfekt. Stundenlang hatte ich an den Schattierungen gefeilt und ich war so richtig stolz auf mein Werk. Mein Kunde stand auf, warf einen langen Blick in den Spiegel, und zog schließlich eine Augenbraue hoch: „Na ja, ich hab mir das irgendwie… anders vorgestellt.“
Mein Herz setzte für einen Moment aus. „Anders vorgestellt? Wir hatten uns doch genau abgesprochen!“ dachte ich mir. Im Bruchteil einer Sekunde kochte ein heißes Gefühl in mir hoch und ich war sauer und wütend zugleich. Anstatt jedoch meinem Kunden eine deutliche Ansage zu machen und anstatt mit den Augen zu rollen, blieb ich ruhig. Doch das hätte ich früher nicht so einfach geschafft.
Heute weiß ich, dass solche Momente die besten Lektionen für einen selbst sein können. Darüber wie man mit Kritik und seinen Gefühlen umgeht – wenn man weiß, mit welcher Einstellung da am besten rangeht.
Kritik gehört zum Tattoo-Game wie die Nadel zur Maschine. Egal ob Frischling oder alter Hase – sie erwischt uns alle mal. In diesem Blogpost verrate ich Dir, wie Du cool bleibst und das Beste daraus machst.
- Take it easy – es ist nicht persönlich
Klar, in jedem Tattoo steckt ein Stück Deiner Seele. Aber denk dran: Kritik an Deiner Arbeit ist kein Angriff auf Dich. Trenn das voneinander, und schon fühlt sich alles leichter an. - Hör zu und frag nach
Wenn jemand unzufrieden ist, bohr nach! „Was genau stört Dich?“ oder „Wie hättest Du es Dir vorgestellt?“ So checkst Du, ob es eine individuelle Geschmacksfrage des (vielleicht „blöden“ Kunden) oder doch gerechtfertigte inhaltliche Kritik ist. Damit kannst du später gezielt handeln. - Keep your cool: Tief durchatmen!
Auch wenn’s in Dir brodelt – bleib professionell. Zeig Deinem Kunden, dass Du die Situation im Griff hast. Das macht echt Eindruck und beruhigt alle Beteiligten. Am einfachsten gelingt es mir, einmal (in schlimmen Fällen 3x) durchzuatmen, bevor ich dem Kunden auf seine Kritik antworte. - Sieh’s als Chance zum Leveln
Jede Kritik ist eine Möglichkeit, Deine Skills zu boosten. Falls die Kritik gerechtfertigt ist, siehst Du ja vielleicht plötzlich Details, die Dir vorher nie aufgefallen sind. Nimm’s als kostenloses Upgrade für Deine Tattoo-Künste! - Grenzen ziehen, aber mit Style
Wenn’s unter die Gürtellinie geht – Stopp! Du musst Dir nicht alles gefallen lassen. Sag klar und freundlich, dass Respekt in beide Richtungen fließen muss. - Sammel die guten Vibes
Hey, vergiss über der Kritik nicht das Positive! Sammel die Komplimente und guten Feedbacks – die pushen Dich und zeigen, wo Deine Stärken liegen. Generell kannst du natürlich immer alle deine zufriedenen Kunden nach Feedback fragen. Das ist ein schöner boost fürs Selbstvertrauen. Aber gerade auch die Kunden, die negative Kritik üben, solltest danach Fragen, ob bzw. was sie denn als positiv wahrgenommen haben. Dadurch kannst du eine negative Situation, in der ein Kunde negativ auf dich einhämmert, entschärfen. Du „zwingst“ ihn dadurch ein Stück weit zur Objektivität, was schließlich auch die Wogen glätten kann. - Nach der Kritik ist vor dem Meisterwerk
Zeig Deinem Kunden, dass Du ihn ernst nimmst. Kannst Du was anpassen oder für’s nächste Tattoo mitnehmen? Lass es ihn wissen! Das schafft Vertrauen und bringt treue Kunden.

Kritik ist wie ein Cover-Up: Erst sieht’s nach Stress aus, aber am Ende kann’s sogar besser werden als das Original. Ich habe Kritik genutzt, um persönlich zu wachsen und meine Techniken zu verbessern. Wenn man es richtig gut macht, kann man damit sogar die Beziehung zu seinen Kunden stärken.
Also, nächstes Mal, wenn jemand die Nase rümpft – Kopf hoch! Du weißt jetzt, wie Du die Situation meisterst und als echter Tattoo-Profi glänzt.
Bleib kreativ, bleib authentisch!
Cheers