Welche Genehmigungen und Zertifikate benötige ich als Tattoo-Artist?
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Welche Genehmigungen und Zertifikate benötige ich als Tattoo-Artist?

Welche Genehmigungen und Zertifikate benötige ich als Tattoo-Artist? Welche davon sind ein absolutes muss, welche davon sind optional? Diese Fragen stellen sich dir zwangsläufig, wenn du ein Tattoo-Studio eröffnen oder als selbstständiger Tattoo-Artist arbeiten möchtest. Diese Fragen möchte ich in diesem Blogpost beantworten.

Immer wenn es in die Selbstständigkeit geht, bedeutet dass, dass du um den bürokratischen Teil – LEIDER – nicht herum kommst. Einerseits ist das ärgerlich und ich verstehe jeden, der auf den Bürokratie-Dschungel in Deutschland schimpft. Andererseits gibt es für die meisten der Genehmigungen auch vernünftige Gründe. So wird sichergestellt, dass unsere Community nicht von unseriösen Anbietern überschwemmt wird. Und das ist auch gut so. Denn als Tattoo-Artist trägst du eine enorme Verantwortung – für die Gesundheit deiner Kunden, für die Einhaltung von Gesetzen und natürlich für deinen eigenen Ruf als Künstler. Wenn alle wichtigen Zulassungen (und der weniger wichtiger Papierkram) ordentlich geregelt sind, arbeitest du nicht nur ruhiger und sicherer, sondern baust auch Vertrauen bei deinen Kunden auf.

In diesem Artikel zeige ich dir die wichtigsten Genehmigungen, Dokumente und Zertifikate, die du brauchst, um professionell und erfolgreich als Tattoo-Artist durchzustarten. Dabei gibt es die großen Themenblöcke:

  • Gewerbeanmeldung
  • Gesundheitsamt und Hygienezertifikate
  • Schulungszertifikate
  • Erste Hilfe Kurse
  • Steuern

Diese Themenblöcke habe ich in diesem Post bewusst sehr allgemein gehalten. So sollst du schnell & einfach einen Überblick bekommen, welche Themen dir überhaupt auf dem Weg in die Selbstständigkeit begegnen könnten. Auf jeden dieser Themenblöcke werde ich in Kürze auch nochmal detaillierter in eigenen Blogposts eingehen.

Disclaimer: Dieser Blogartikel ist keine Rechtsberatung, sondern nur eine Zusammenfassung von dem, was ich selbst bei meinem Weg in die Selbstständigkeit erlebt habe, angereichert mit Internetrecherche auf verschiedenen Webseiten (siehe Quellen). Der Artikel hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Gewerbeanmeldung

Wenn du als Tattoo-Artist arbeiten möchtest, führt kein Weg an der Gewerbeanmeldung vorbei. Dabei musst du entscheiden, ob du freiberuflich oder gewerblich tätig sein möchtest. Der Unterschied? Freiberufler benötigen keine Gewerbeanmeldung, aber das Tätowieren fällt in den meisten Fällen unter die gewerbliche Tätigkeit. Das bedeutet: Du meldest dein Gewerbe beim Gewerbeamt an, füllst das entsprechende Formular aus und legst deinen Personalausweis vor. Ohne diese Anmeldung kannst du nicht legal arbeiten.

Die Anmeldung ist ein formaler Schritt, der dich rechtlich absichert und dir den Weg zu weiteren wichtigen Dokumenten öffnet, wie etwa der Steuernummer. Also, nichts Aufregendes, aber absolut notwendig. Falls du dir darüber im unklaren bist, was es bei der Gewerbeanmeldung als Tätowierer*in alles zu beachten gibt, habe ich dir dafür hier einen Blogpost verlinkt: So läuft die Gewerbeanmeldung als Tattoo-Artist (coming soon).


Gesundheitsamt und Hygienezertifikate

Sauberkeit und Hygiene sind im Tattoostudio das A und O – das weißt du sicher schon. Aber wusstest du auch, dass du dafür spezielle Hygienezertifikate benötigst? Dein Studio muss den Vorschriften des Gesundheitsamts entsprechen, und diese sind strenger, als viele denken. Dazu gehören Schulungen, die dir vermitteln, wie du deine Arbeitsflächen, Werkzeuge und Materialien steril und sicher hältst.

Es gibt Hygiene-Schulungen, die du absolvieren musst, bevor du loslegen kannst. Zusätzlich gibt es Anforderungen an die Räumlichkeiten deines Studios – etwa wie du deine Nadeln und Farben lagern oder Oberflächen desinfizieren musst. Das Gesundheitsamt überprüft regelmäßig, ob diese Standards eingehalten werden. Kurz gesagt: Hygienezertifikate sind nicht nur ein „Nice to have“, sondern Pflicht für jeden Tattoo-Artist.

Entsprechende Schulungen findest du eigentlich in jeder größeren Stadt in deiner Nähe. Über ein paar Google Suchanfragen findest du eine passende in deiner Nähe. Zu dem genauen Ablauf und auf was du vor einer Buchung achten musst, schreibe ich demnächst noch einen ausführlichen Post.


Schulungszertifikate und Tattoo-Weiterbildungen

In Deutschland gibt es keine vorgeschriebene Berufsausbildung zum Tattoo-Artist, aber Schulungen und Zertifikate sind trotzdem ein Muss – nicht nur für deinen Erfolg, sondern auch für deine Sicherheit. Einige Tätowierverbände bieten anerkannte Kurse an, die dir helfen, dein Handwerk zu perfektionieren und dein Wissen zu erweitern. Diese Schulungen sind oft nicht verpflichtend, aber sie lohnen sich. Sie bringen dir nicht nur mehr Vertrauen seitens deiner Kunden ein, sondern halten dich auch über neueste Techniken und Hygienestandards auf dem Laufenden.

Das Gute an Weiterbildungen? Sie sind eine Investition in dich selbst. Künstlerische Weiterentwicklung, Verbesserung deiner Hygiene-Standards – all das sorgt dafür, dass du auf dem neuesten Stand bleibst und dich von der Konkurrenz abhebst. Hierzu werde ich ebenfalls einen Guide veröffentlichen, wie du den Richtigen Kurs für dich findest und auf was du bei der Auswahl deiner Akademie oder deines Coaches achten musst.


Erste-Hilfe-Nachweis

Was passiert, wenn etwas schiefgeht? Ein Erste-Hilfe-Kurs ist vielleicht nicht das Erste, woran du als Tattoo-Artist denkst, aber er kann im Notfall entscheidend sein. Verletzungen oder allergische Reaktionen können immer mal passieren – und dann ist es gut, wenn du vorbereitet bist. Viele Studios verlangen mittlerweile von ihren Artists, dass sie einen aktuellen Erste-Hilfe-Nachweis vorweisen können.

Es gibt übrigens keine feste Regel, wie oft dieser Kurs erneuert werden muss, aber es empfiehlt sich, dein Wissen regelmäßig aufzufrischen. Je mehr du weißt, desto sicherer fühlst du dich – und desto sicherer fühlen sich auch deine Kunden.


Kundenschutz: Einverständniserklärung und Beratungspflicht

Eine weitere wichtige Sache, die oft unterschätzt wird, ist der Schutz deiner Kunden. Bevor du eine Nadel ansetzt, brauchst du eine Einverständniserklärung vom Kunden. Darin wird festgehalten, dass der Kunde über gesundheitliche Risiken aufgeklärt wurde und mit dem Tattoo einverstanden ist. Zusätzlich solltest du einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen lassen, um sicherzugehen, dass keine Allergien oder gesundheitlichen Bedenken bestehen.

Deine Beratungspflicht geht allerdings noch weiter: Du musst deine Kunden umfassend über den gesamten Prozess informieren – von der Vorbereitung bis zur Nachsorge. Das gibt nicht nur dir Sicherheit, sondern auch dem Kunden das Gefühl, dass er in guten Händen ist. Und natürlich darfst du den Datenschutz nicht vergessen. Alle Daten deiner Kunden müssen sicher verwahrt und vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden.

Zoll- und Steuerdokumente

Ein weiteres wichtiges Thema, das viele Tattoo-Artists oft erst spät auf dem Schirm haben, sind Steuern und Zollbestimmungen. Als Selbstständiger musst du dich mit den Grundlagen der Umsatzsteuer und der Kleinunternehmerregelung auseinandersetzen. Bevor du dein Business startest, solltest du klären, ob du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen möchtest oder zur Umsatzsteuer verpflichtet bist.

Wenn du Materialien aus dem Ausland importierst, solltest du dich zudem mit den Zollbestimmungen vertraut machen. Einige Tattoo-Materialien unterliegen strengen Vorschriften, und es kann schnell teuer werden, wenn du hier die Regeln nicht kennst. Achte also darauf, dass alle Dokumente korrekt ausgefüllt sind, um unnötigen Ärger zu vermeiden.


Welche Genehmigungen und Zertifikate benötige ich als Tattoo-Artist?
Welche Genehmigungen und Zertifikate benötige ich als Tattoo-Artist?

Dein Weg in die Selbstständigkeit als zertifizierter Tattoo-Artist

Wie du siehst, gibt es eine Menge an Genehmigungen, Dokumenten und Zertifikaten, die du für die Arbeit als Tattoo-Artist brauchst. Aber keine Sorge – wenn du diese Schritte beachtest und die erforderlichen Nachweise sammelst, bist du auf einem guten Weg, sicher und professionell zu arbeiten. Gleichzeitig signalisierst du deinen Kunden, dass du ein verantwortungsbewusster Artist bist, dem sie vertrauen können. Kontinuierliche Weiterbildung und die sorgfältige Dokumentation deiner Arbeit werden dir langfristig helfen, in dieser aufregenden und kreativen Branche erfolgreich zu sein.

Cheers 😉

Quellen:

https://gruenderplattform.de
https://tattoo-spirit.de/tsp/
https://www.deutschland-startet.de/
https://tattoomed.de/pages/wundversorgung-tuv-rheinland-geprufter
https://www.selbststaendig.de/


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