Grüne Lieferkette, optimierter Energie- und Wasserverbrauch – Teil 4 / 5
Nachhaltigkeit im Tattoo-Studio endet nicht bei den Materialien, die du im Studio verwendest. Sie beginnt bereits bei der Wahl deiner Lieferanten und setzt sich bis zur Tür deines Studios fort. Jede Bestellung, die du tätigst, hat einen ökologischen Fußabdruck, und hier kannst du viel tun, um diesen zu verringern. Ein wichtiger Schritt ist die Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten. Durch die Auswahl von Anbietern, die näher an deinem Studio sind, kannst du nicht nur die Transportwege verkürzen, sondern auch den CO2-Ausstoß reduzieren. Viele regionale Hersteller bieten zudem umweltfreundliche Produkte an, wie beispielsweise „Solid Ink“, eine Marke, die für ihre nachhaltigen Farben bekannt ist.
Neben der Regionalität der Lieferanten kannst du auch auf deren Versandmethoden achten. Klimaneutraler Versand wird immer häufiger angeboten, etwa von „TattooMed“. Bei diesem Verfahren wird der durch den Transport verursachte CO2-Ausstoß durch Klimaschutzprojekte kompensiert. Aber auch du selbst kannst einen Beitrag leisten, indem du größere Sammelbestellungen aufgibst, anstatt jede Woche kleine Mengen zu bestellen. Das reduziert nicht nur den Verpackungsmüll, sondern auch die Versandkosten und den Energieverbrauch beim Transport. Zum Thema Verpackungsmüll habe ich auch einige Gedanken in Teil 3 „Entsorgung und Upcycling“ niedergeschrieben.
Energieeffizienz & Energiesparen im Tattostudio
Nachhaltigkeit endet aber ebenso wenig bei der Lieferkette. Auch im Tattoo-Studio selbst kannst du Energie sparen, ohne dabei an Qualität einzubüßen. Oft reichen kleine Anpassungen, um den Energieverbrauch deutlich zu senken. Ein gutes Beispiel sind LED-Lampen, die bis zu 80 % weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Glühbirnen. Sie sorgen für eine gleichmäßige Ausleuchtung, was besonders bei der Detailarbeit von Vorteil ist, und halten deutlich länger. Mit Zeitschaltuhren für die Beleuchtung kannst du zudem sicherstellen, dass das Licht nur dann eingeschaltet ist, wenn es auch wirklich gebraucht wird – das spart nicht nur Strom, sondern auch unnötige Kosten.
Inspirationen für ein noch nachhaltigeres Studio findest du weltweit. So nutzt das „Dharma Studio“ in Florida bereits Solarstrom, um Maschinen und Beleuchtung zu betreiben. Solarenergie ist eine besonders nachhaltige Alternative, die sich langfristig auch finanziell auszahlt. Gleichzeitig gibt es immer mehr energieeffiziente Tattoo-Maschinen auf dem Markt, wie zum Beispiel die „Cheyenne Hawk Pen“. Diese Maschinen verbrauchen weniger Strom, bieten aber dennoch die gleiche Leistungsstärke. Nicht zu vergessen: Auch wenn es nach einer kleinen Maßnahme klingt, das Abschalten der Geräte während der Pausen oder nach Schichtende kann den Energieverbrauch erheblich senken. Viele Geräte ziehen auch im Standby-Modus Strom, was auf Dauer unnötige Kosten verursacht.

Wasserverbrauch im Tattoostudio optimieren
Neben der Energie ist Wasser eine weitere wertvolle Ressource, die du in deinem Studio bewusst einsetzen kannst. Wassersparende Armaturen sind eine einfache, aber effektive Möglichkeit, den Wasserverbrauch zu reduzieren, ohne dabei Kompromisse bei der Hygiene einzugehen. Besonders für die Reinigung von Equipment und Flächen sind Armaturen mit reduziertem Durchfluss ideal. Zusätzlich könntest du sensorgesteuerte Wasserhähne installieren, die sich nur dann einschalten, wenn du sie tatsächlich benutzt. Diese Technologie verhindert, dass Wasser unnötig verschwendet wird, und sorgt dafür, dass du nur so viel Wasser verbrauchst, wie du wirklich benötigst.
Auch bei den Reinigungsmethoden kannst du bewusster vorgehen. Statt Instrumente unter laufendem Wasser zu spülen, kannst du sie in einem Behälter vorreinigen und so den Wasserverbrauch erheblich senken. Ebenso bietet es sich an, bei der Desinfektion auf Sprühflaschen zurückzugreifen, anstatt Oberflächen jedes Mal unter Wasser zu setzen. Das spart Wasser und ist dennoch genauso hygienisch. Durch effizientere Reinigungsprozesse, bei denen du kleine, regelmäßige Zwischenreinigungen vornimmst, lässt sich der Wasserverbrauch zusätzlich optimieren, ohne dass die Hygiene im Studio darunter leidet.
Nachhaltigkeit im Tattoo-Studio bedeutet also nicht nur, auf die Materialien zu achten, die du verwendest, sondern auch den gesamten Arbeitsprozess – von der Bestellung bis zum täglichen Betrieb – so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Mit bewussten Entscheidungen bei der Wahl der Lieferanten, der Energie- und Wassernutzung kannst du nicht nur die Umwelt schonen, sondern langfristig auch Kosten sparen und ein Vorbild für andere sein.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen meinen Lesern bedanken, dass ihr soweit drangeblieben seid. Der nächste Teil wird der letzte dieser Serie – darin schreibe ich, wie sich Nachhaltigkeit auch direkt für dich bezahlt macht. Sei gespannt =)
Cheers 😉